Golfclub Obere Alp e.V
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Vier Stunden für eine Viertelstunde


Beim Golfspielen verweilen wir oft länger als vier Stunden auf dem Parcours. Der Schlag selber - also der Kontakt zwischen Ball und Schläger - dauert aber lediglich zwei Sekunden. Insgesamt dauert unser Spiel, Übungsschläge eingeschlossen, also nur etwa eine Viertelstunde! Was geschieht in der restlichen Zeit?

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Die tote Zeit. Was immer Sie tun, ist dann sinnvoll, wenn Sie dabei zufrieden sind. Denn Zufriedenheit bringt neue Erfolge, diese neue Zufriedenheit usw. usw. Solange Sie diese Serie fortsetzen können, erscheint alles ganz einfach. Sie strotzen vor Selbstvertrauen und Sie befinden sich psychologisch in jenem Zustand, den amerikanische Sportpsychologen "die Zone" nennen und folgendermassen beschreiben: Alles gelingt, es herrscht eine vollständige Harmonie von Zeit und Raum. Man hat festgestellt, das diesem Zustand oft eine gezielte Lenkung und Ausrichtung der Gefühle, des Geistes und des Körpers vorangeht.
Die wesentlichen physiologischen Bedürfnisse (Trinken und Atmen...) sind erfüllt auf dem Parcours; das geistige Bild ist klar und ihr Körper scheint ohne jede Schwierigkeit genau das auszuführen, was Sie sich vorgenommen hatten und vor dem geistigen Auge vorstellten. Dann, ganz unerwartet, werden Sie sich des Momentes bewusst, den Sie gerade erleben. Oft ist es etwas aus unserer nächsten Umgebung, das uns wieder auf den Boden der Tatsachen zurückbringt und unsere eigenen Niederlagen in Erinnerung ruft. Dies kann ein gelungener Putt des Gegners sein oder einfach die Tatsache, dass Sie sich wieder ihr eigentliches Spielniveau vergegenwärtigen. Und was man oft als die "Chance" versteht, verschwindet so schnell wie es gekommen ist. Meist muss man hernach lange warten, bis man sich erneut in einer Spielsituation befindet, in der sich Erfolg an Erfolg reiht.

Ich würde ihnen gerne eine Metapher näher bringen, damit Sie die tote Spielzeit, die Wartezeit auf den nächsten Abschlag, besser nutzen können. Eine Metapher, die ihnen erlaubt, ihr Potential auszuschöpfen.

Das Feld erst bestellen. Will ein Bauer sich an seiner reichen Ernte erfreuen, muss er vorgänging dafür besorgt sein, sein Feld zu pflgügen, es von Unkraut und schlechten Wurzeln befreien (tote Zeit), bis sein Ackerland schlussendlich für die Aussat bereit ist. Nun wird er aussäen und hoffen, dass das Wetter günstig wird. Falls ihm sowohl Sonne wie Regen beschieden sind, darf er auf eine gute Ernte hoffen. Spielen die Wetterverhältnisse jedoch nicht mit und bescheren ihm nur Regen und Hagel, so kann er natürlich den Himmel schelten. Er wird aber gleichwohl auch beim nächsten Mal sein Stück Land mit der gleichen Sorgfalt vorbereiten müssen, sonst wird ihm nie eine reiche Ernte beschieden sein.
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DRIVE
, Das Schweizer Golfmagazin, das Ihnen die Welt Ihres Lieblingssport mit wertvollen Tipps und spannenden Reportarten nach Hause bringt. Das Timing für den Einstieg ist pefekt.

 
Tote Zeit gleich Vorbereitung. Als ich seinerzeit an internationalen Wettkämpfen teilnahm, lehrte mich mein Trainer eine Sache, die mich bis heute prägt. Damit ich mich nicht auf meinen Lorbeeren ausruhe, empfahl er mir nach einem guten Kampf: "Sehr gut. Doch jetzt beginnst du wieder bei Null für den kommenden Kampf. Vergiss für den Moment, was du erreicht hast. Daran denken wir dann heute abend wieder". Im Rückblick erkenne ich, dass ich dank diesem Ratschlag meine Routine jeweils wiederfand, mich nicht in ein Feuer hineinsteigerte und so die tote Zeit zwischen den einzelnen Kämpfen sinnvoll nutzen konnte.

Tabula rasa bei Niederlagen.
Sich geistig gut vorzubereiten, bedeutet aber auch, tabula rasa zu machen, was Niederlagen betrifft. Das gelingt am besten, wenn man sich auf seine drei Grundbedürfnisse konzentriert:

  • sich körperlich erholen: durchatmen, trinken
  • sich geistig erholen: sich entspannen und auf eine Sache konzentrieren, zum Beispiel den Herzrythmus oder auf das Gleichgewicht
  • sich auf den nächsten Abschlag vorbereiten: bewusst und konzentriert gehen, sich konkret den nächsten Schlag und das nächste Erfolgserlebnis vorstellen
Mit diesen drei Punkten haben Sie eine kleine Philosophie, wie Sie die tote Zeit vor dem nächsten Abschlag gezielt nutzbar machen können. Sinnvoll ist, sich zwischen den einzelnen Schlägen eine Routine anzueignen, sich an Gewohnheiten zu halten. Das verleiht Stabilität. Ändern tun sich dann jeweils lediglich noch die äusseren Umstände - die Golfpartner, der Parcours, die Art des Turniers. Denken Sie stets daran: Sie müssen zuerst das Feld säubern und vorbereiten, bevor Sie überhaupt an die nächste Ernte denken können.

Drei Fragen. Stellen Sie sich regelmässig drei Fragen während der Wartezeit auf den nächsten Abschlag:

  1. Fühle ich mich körperlich gut?
  2. Fühle ich mich geistig gut?
  3. Bin ich bereit für den nächsten Schlag?



Quelle:

Herausgeber:
Ratgeber für Golfer vom Golf Doc®

Golf Doc®, Dr. med. Martin Lauterburg, USGTF
Drive, das Schweizer Golfmagazin
golfdoc2Drive-LogoQuelle: Drive Oktober 2002, Seite 48